ADFC-Fahrradklima-Test 2026: Jetzt online mitmachen
Der ADFC-Fahrradklima-Test 2026 läuft bis 30. November. Erfahre, wie du teilnimmst, was neu ist und wie viele Stimmen für deinen Ort nötig sind.
ADFC-Fahrradklima-Test 2026: Jetzt zählt Nordthüringens Stimme
Der ADFC-Fahrradklima-Test 2026 läuft seit dem 1. September. Bis einschließlich 30. November 2026 können Menschen bewerten, wie gut sich das Radfahren in einem Ort anfühlt – auch mit dem E-Bike. Eine Mitgliedschaft im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ist dafür nicht nötig. Gerade für kleinere Städte und Gemeinden zählt jede Rückmeldung, denn für eine reguläre Ortsauswertung müssen mindestens 50 Menschen teilnehmen.
Was der Fahrradklima-Test erfasst
Der Fahrradklima-Test findet 2026 zum zwölften Mal statt. Er ist eine offene Befragung zu den Bedingungen, die Radfahrende in einem Ort erleben. Gefragt wird nicht nur nach vorhandenen Radwegen. Auch das Sicherheitsgefühl, Konflikte im Verkehr, der Stellenwert des Radverkehrs, der Fahrkomfort und die Qualität des gesamten Netzes spielen eine Rolle.
Der allgemeine Fragebogen enthält 27 allgemeine Fragen sowie fünf Fragen zum diesjährigen Schwerpunkt Kinder- und Jugendmobilität. Die Bewertung erfolgt auf einer sechsstufigen Skala zwischen jeweils gegensätzlichen Aussagen. Zusätzlich gibt es ein offenes Feld für Hinweise zu konkreten Problemen vor Ort.
Das ist für eine Kommune hilfreich, weil eine bloße Kilometerzahl neuer Radwege wenig darüber sagt, wie sich das Netz im Alltag nutzen lässt. Eine fehlende Verbindung, eine ungünstige Ampelschaltung oder eine unsichere Kreuzung kann für Radfahrende entscheidender sein als ein neuer, aber isolierter Abschnitt.
So kannst du teilnehmen
Die Onlinebefragung dauert nach Angaben des ADFC rund zehn Minuten. Auf der offiziellen Befragungsseite gibst du zunächst deine E-Mail-Adresse ein und erhältst anschließend einen persönlichen Befragungslink. Danach ordnest du deine Antworten einem Ort oder einer Postleitzahl zu und füllst den Fragebogen aus.
Die E-Mail-Adresse nutzt der ADFC nach eigenen Angaben zur Kontrolle von Mehrfachteilnahmen. Sie soll nach Abschluss der Datenprüfung gelöscht werden. Wer keine E-Mail-Adresse besitzt, kann den offiziellen Papierfragebogen ausfüllen und per Post einsenden. Der ADFC bittet darum, ihn spätestens am 30. November 2026 abzusenden.
Du musst weder ADFC-Mitglied sein noch im bewerteten Ort wohnen. Entscheidend ist, dass du dessen Radfahrbedingungen aus eigener Erfahrung kennst – etwa durch Arbeitswege, Einkäufe, Schulwege oder regelmäßige Touren. Auch ein Nachbarort kann bewertet werden. Für jeden weiteren Ort muss der Fragebogen allerdings neu gestartet und vollständig ausgefüllt werden.
E-Bike-Fahrende sind ausdrücklich einbezogen. Im Fragebogen lässt sich unter anderem angeben, ob hauptsächlich die Kategorie „Pedelec bis 25 km/h“ oder „S-Pedelec o. Ä. über 25 km/h, Kleinkraftrad“ genutzt wird. Bewertet wird trotzdem das Radfahren im Ort insgesamt; gesonderte E-Bike-Ergebnisse werden damit nicht automatisch versprochen.
Neu 2026: Drei Perspektiven auf den Radverkehr
Der Durchgang 2026 verbindet erstmals drei getrennte Befragungen. Neben dem allgemeinen Fahrradklima-Test gibt es einen eigenen Fragebogen für junge Menschen sowie eine kommunale Befragung, die erstmals auch Landkreise einbezieht.
Der Fahrradklima-Test Jugendliche richtet sich vorrangig an 10- bis 20-Jährige. Gefragt wird nach Schul-, Ausbildungs- und Freizeitwegen, Sicherheitsgefühl, Konflikten und Gründen, aus denen junge Menschen selten oder gar nicht Rad fahren. Laut ADFC wird die Altersgrenze flexibel gehandhabt. Jugendliche ab 16 Jahren können außerdem sowohl den allgemeinen als auch den Jugendfragebogen ausfüllen.
Der Fahrradklima-Test Kommunen richtet sich dagegen an Verwaltungen von Orten mit mindestens 5.000 Einwohnern. Er fragt unter anderem nach Strategien, Personal, Finanzierung, Infrastrukturmaßnahmen, Beteiligung und Erfolgskontrolle. Die kommunalen Angaben werden getrennt von den Rückmeldungen aus Bevölkerung und Jugend ausgewertet. Ein Städteranking gibt es für diesen Teil ausdrücklich nicht.
Neu ist außerdem die Landkreis-Befragung. Sie lenkt den Blick auf Verbindungen, die nicht an einer Gemeindegrenze enden: Schul- und Pendelwege, Kreisstraßen sowie gemeindeübergreifende Alltagsrouten.

Kinder- und Jugendmobilität steht im Mittelpunkt
Die fünf Zusatzfragen im allgemeinen Fragebogen greifen das Schwerpunktthema Kinder- und Jugendmobilität auf. Erwachsene sollen einschätzen, ob Kinder und Jugendliche im Ort Rad fahren, ob sie diese guten Gewissens Rad fahren lassen können und ob Bereiche an Schulen, Kindergärten, Spiel- und Sportplätzen ausreichend verkehrsberuhigt sind. Hinzu kommen Fragen zu Angeboten für selbstständiges Radfahren und zu sicheren, überdachten Abstellmöglichkeiten.
Die separate Jugendbefragung ergänzt diese Sicht um Erfahrungen der jungen Menschen selbst. Das ist ein wichtiger Unterschied: Erwachsene können einen Schulweg anders beurteilen als diejenigen, die ihn täglich mit dem Rad nutzen oder wegen konkreter Hindernisse meiden.
So viele Stimmen braucht dein Ort
Nicht jede eingegangene Antwort führt automatisch zu einer regulären Ortsauswertung. Die Mindestzahl richtet sich nach der Einwohnerzahl. Für Städte und Gemeinden bis 100.000 Einwohnern sind 50 Teilnahmen nötig. Diese Schwelle gilt für alle Orte im Kyffhäuserkreis.
Auch 30 bis 49 Antworten sind nicht bedeutungslos: Die Mittelwerte können informativ veröffentlicht werden, werden wegen der geringeren statistischen Sicherheit aber nicht in die Gesamtbewertung einbezogen. Bei mehreren kleinen Orten innerhalb eines amtlichen Gemeindeverbands kann ebenfalls eine informative Veröffentlichung möglich sein, wenn zusammen mindestens 30 Teilnahmen erreicht werden. Unterhalb dieser Marke veröffentlicht der ADFC keine Ortsergebnisse.
Warum die Teilnahme für Nordthüringen relevant ist
Im ländlichen Raum entscheidet sich die Qualität des Radverkehrs nicht allein innerhalb eines Ortskerns. Wichtig sind sichere Verbindungen zwischen Gemeinden, Übergänge zwischen neuen Abschnitten und dem Bestandsnetz sowie alltagstaugliche Wege zu Schulen, Bahnhöfen, Arbeitsplätzen oder Einkaufsmöglichkeiten.
Genau hier kann der Durchgang 2026 wichtige Hinweise liefern. Der allgemeine Test zeigt, wie Menschen die Bedingungen erleben. Die Jugendbefragung macht sichtbar, was auf Schul- und Freizeitwegen hilft oder abschreckt. Die neue Landkreis-Perspektive kann gemeindeübergreifende Verbindungen und Radwege an Kreisstraßen stärker in den Blick rücken. Das passt zu der Frage, wie aktuelle Radwegprojekte im Kyffhäuserkreis zu einem durchgängigen Netz werden können.
Der Rückblick auf 2024 zeigt zugleich, dass Thüringen Handlungsbedarf hat. Nach Angaben des ADFC Thüringen beteiligten sich damals fast 3.500 Menschen aus dem Freistaat; 19 Orte kamen in die Wertung. Fast alle lagen im bundesweiten Vergleich im unteren Mittelfeld oder darunter. Besonders kritisiert wurden Baustellenführungen, Ampelschaltungen, geringe Radwegbreiten und das Miteinander im Verkehr. Nordhausen gehörte zu den besonders schlecht bewerteten Thüringer Orten.
Die Ergebnisse ersetzen keine technische Bestandsaufnahme, können aber Prioritäten sichtbar machen. Wenn viele Menschen dieselben Netzlücken, Kreuzungen oder Abstellprobleme benennen, entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für die politische und planerische Diskussion darüber, welche Radwege Nordthüringen besonders braucht.
Was die Ergebnisse aussagen – und was nicht
Der Fahrradklima-Test ist keine repräsentative Bevölkerungsumfrage. Es wird keine zufällig ausgewählte Stichprobe befragt; teilnehmen können Menschen, die die Radfahrbedingungen eines Ortes kennen. Die Ergebnisse bilden deshalb die subjektiven Erfahrungen der Teilnehmenden ab.
Auch eine hohe Beteiligung macht diese offene Befragung nicht automatisch repräsentativ. Sie kann die Ergebnisse aber auf eine breitere Erfahrungsbasis stellen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen. Die Werte sind damit vor allem ein Beteiligungs-, Vergleichs- und Planungsinstrument. Sie beweisen weder eine objektiv gemessene Qualität der Infrastruktur noch, dass alle Einwohner eines Ortes genauso urteilen.
Umgekehrt ist „subjektiv“ nicht gleichbedeutend mit wertlos. Ob sich ein Weg sicher, verständlich und angenehm anfühlt, beeinflusst schließlich, ob Menschen ihn nutzen. Entscheidend ist, die Resultate richtig zu lesen und sie mit Unfallzahlen, Verkehrsbeobachtungen, Netzanalysen und Vor-Ort-Prüfungen zu verbinden.
Wann erscheinen die Ergebnisse?
Die Befragung endet am 30. November 2026. Die Ergebnisse des allgemeinen Fahrradklima-Tests, der Jugendbefragung und der kommunalen Befragung sollen im Frühjahr 2027 veröffentlicht werden. Ein genauer Termin steht bislang nicht fest.
Vorgesehen sind ortsspezifische Auswertungen, Vergleiche mit ähnlich großen Orten und früheren Durchgängen sowie das bundesweite Städteranking des allgemeinen Tests. Teilnehmende Kommunen sollen für die kommunale Befragung eigene Steckbriefe erhalten. Die laufend aktualisierte Teilnahmekarte auf der Projektseite des Fahrradklima-Tests zeigt nur vorläufige Zwischenstände und sollte nicht mit Ergebnissen verwechselt werden.
Durchgeführt wird der Test vom ADFC. Das Bundesministerium für Verkehr fördert ihn aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans. Eine konkrete Fördersumme für den Durchgang 2026 ist in den geprüften offiziellen Unterlagen nicht genannt.
Fazit
Der ADFC-Fahrradklima-Test 2026 ist keine fertige Studie, sondern eine laufende Befragung. Bis zum 30. November können Rad- und E-Bike-Fahrende ihre Erfahrungen einbringen. Für kleine Orte in Nordthüringen ist die Beteiligung besonders entscheidend: Erst ab 50 allgemeinen Rückmeldungen entsteht eine reguläre Ortsauswertung, und für die Jugendbefragung gilt dieselbe Schwelle noch einmal separat. Wer die Radbedingungen eines Ortes kennt, kann jetzt in rund zehn Minuten dazu beitragen, Stärken und konkrete Probleme sichtbar zu machen.
Quellen
- Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club: Der große ADFC-Fahrradklima-Test 2026 startet heute, veröffentlicht am 1. September 2026, abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Projektseite des Fahrradklima-Tests 2026, abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Was ist der Fahrradklima-Test?, abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Häufige Fragen zum Fahrradklima-Test 2026, abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Onlinebefragung, abgerufen am 6. September 2026.
- Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club: Fragebogen zum Fahrradklima-Test 2026 (PDF), abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Schwerpunktthema 2026: Kinder- und Jugendmobilität, abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Fahrradklima-Test Jugendliche, abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC-Fahrradklima-Test: Fahrradklima-Test Kommunen, abgerufen am 6. September 2026.
- Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club: Hinweise zum ADFC-Fahrradklima-Test 2026 (PDF), abgerufen am 6. September 2026.
- ADFC Thüringen: Wie fahrradfreundlich sind Thüringer Orte?, veröffentlicht am 1. September 2026, abgerufen am 6. September 2026.
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